Mini Transat 2015 · Dominik Lenk

2014 Pia L'Obry Trophy

Der Zieleinlauf unter Code 0

36 Stunden und 54 Minuten. So lang dauerte es um von Malmø als erstes Boot wieder nach Malmø zu kommen—mit einem Umweg um Bornholm natürlich.

Die Pia L’Obry Trophy wird seit letztem Jahr von Malmo Segel Sallskap organisiert und wurde nach der ersten und einzigen Seglerin aus den Nordischen Ländern benannt, die den Mini Transat bestritten hat. Der Kurs führt von Malmø einmal gegen den Uhrzeigersinn um Bornholm—ungefähr 240 Seemeilen. John Körtner segelte als Coskipper mit und absolvierte damit sein erste Mini Rennen!

Das Rennen startete Dienstag Abend um 9 Uhr—etwas ungewöhnlich, aber durchaus reizvoll auch wenn es eine halbe Stunde nach dem Start bereits zappenduster war.

Nach einem kurzen Sprint zur Öresundbrücke kam der große Spinnaker zum Einsatz, der uns mit über 11 Knoten Richtung Bornholm zog. Nach ungefähr 10 Meilen holten wir Morten Bogacki auf der 553 ein, der als einziger der Flotte den Start richtig abgepasst hatte.

Auf dem Weg nach Bornholm segelten wir eine Banane, dass heißt nicht auf dem direkten Weg.Der Wind sollte im Laufe der Nacht um gute 30° drehen und das wollten wir ausnutzen. Auf halben Weg sah es so aus, als ob genau dies nicht geschehen würde; also kam der kleinere Spinnaker zum Einsatz, um höher segeln zu können. Keine 10 Minuten später drehte der Wind und der große Spi—gerade eingepackt—wurde wieder ausgepackt. Typisch!

Das große Austrocknen nach dem Rennen …
… und die Siegerehrung

Bornholm erreichten wir nach ziemlich genau 12 Stunden nach dem Start und eine gute Stunde vor dem nächsten Mini. Nun ging es an den Rückweg, doch leider sollte dieser mehr als doppelt so lang dauern. Auf der Rückseite der Insel starb der Wind, bis wir uns gegen Abend entschieden auf der Suche nach Wind einen Umweg nach Norden zu segeln. Vor der Schwedischen Küste gab eine Wolke diesen dann auch mit Wucht frei, und nach einem glücklichen Dreher konnte wir uns wieder nach Westen Richtung Malmø hangeln.

Leider sieht ein Mini von weitem fast genauso aus wie eine 40 Fuß Tupperwarebox und damit wie fast jede andere Yacht auf See. Immer wieder erspähten wir etwas am Horizont, was ein Mini hätte sein können, wendeten mit, entschieden uns anders, wendeten zurück. Nachts tauchte ein paar Mal eine Positionslaterne (oder doch nicht?) hinter uns auf, die uns immer wieder unseren Speed hinterfragen ließ. Psychospielchen.

Am Ende überquerten wir die Ziellinie als erstes Boot und sicherten uns damit den ersten Platz. Am nächsten morgen ging es wieder Richtung Kiel, wo das Boot ein paar Tage später aus dem Wasser kam. Nächste Station ist Spanien, wo Ende September die erste Quali für den Transat 2015 statt findet.